Brenntag Specialties in Europa

„Unsere Mitarbeiter sind die Garanten unseres Erfolgs"


Seit Juni 2008 ist Dr. Christian Ohm Marketing Director von Brenntag Specialties in Europa. Wie er seine neue Rolle versteht und was er für den nachhaltigen Erfolg von Brenntag im Spezialitätenmarkt für wichtig hält, erläuterte er der Redaktion von together.


Foto: Brenntag


Die ersten Monate bei Brenntag liegen jetzt hinter Ihnen. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen? Die Vielfalt des Spezialitätengeschäfts in der internationalen Brenntag-Welt und natürlich die Menschen, die engagiert am Erfolg des Unternehmens arbeiten, haben mich sehr beeindruckt. Darüber hinaus erlebe ich das Wachstum von Brenntag als sehr dynamisch. Auf den Punkt gebracht: Meine ersten Eindrücke und Erfahrungen sind ausgesprochen spannend und positiv. Und wie schätzen Sie die Perspektiven bei den „Spezialitäten" ein? Ich glaube, dass wir international bereits gut aufgestellt sind. Wir beob­achten, dass unsere Lieferanten und Kunden ihre Aktivitäten immer stärker europäisch oder sogar global ausrichten. Eine wesentliche Perspektive sehe ich vor allem darin, sie als leistungsfähiger flexibler Partner bei ihrer eigenen Geschäftsentwicklung zu unterstützen. Entspricht das auch dem Bild, das Brenntag im Markt hat? Nach meiner Einschätzung noch nicht ganz. Brenntag wird in Europa vor allem als ein Schwergewicht in der Distribution von Industriechemikalien gesehen. Dass Brenntag inzwischen auch im Bereich der Spezialchemikalien die Nummer eins in Europa ist, ist im Markt noch nicht überall angekommen. Aber wir arbeiten mit Nachdruck daran, dass sich dies ändert. Können Sie dafür Beispiele nennen? Indem wir einen hohen Nutzwert schaffen und offensiv über unser Leistungsspektrum informieren. Lieferanten wie Kunden haben im Prinzip den gleichen Anspruch: Sie wollen auf das Know-how unserer technischen Spezialisten im Markt zurückgreifen und erwarten, dass wir sie mit maßgeschneiderten Produkten und Dienstleistungen im Wettbewerb unterstützen. Wir bieten Ihnen dazu die notwendige Anwendungsberatung, den logistischen Service und innovative Produkte. Wettbewerbsfähig zu sein, heißt für uns, dass die Paketleistung und nicht nur der Preis stimmen muss. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesem Ansatz unsere führende Position bei den Spezialchemikalien in Europa künftig noch deutlicher herausstellen werden. Begeistert bin ich auch von unseren neuen Imagebroschüren für die Bereiche Personal Care, Food, Pharma und ACES, deren Kernbotschaften und Motive wir auch für unsere internationalen Messeauftritte nutzen. Diese Auftritte schärfen das Profil unseres Unternehmens. Ist „Distributeur" dann noch eine passende Beschreibung für das, was Brenntag leistet? Eigentlich nicht, denn die Bezeichnung „Distributeur" greift meines Erachtens für unsere Gesamtleistung im Spezialitätengeschäft zu kurz. Tatsächlich sind wir ein ganz wichtiges Glied der Wertschöpfungskette, die bei der Entwicklung neuer Produkte beginnt und sich über die Logistik bis zur Beratung und Unterstützung bei der Endverarbeitung erstreckt. Steht die neu geschaffene Position des Marketing Directors für einen Umbruch? Nein, eher für einen Aufbruch und die fokussierte Weiterentwicklung dieses Wachstumsgeschäfts. Wie bereits erwähnt, hat sich Brenntag auch zum Ziel gesetzt, das Profil als europäisches Unternehmen im Bereich der Spezialchemikalien nach innen wie nach außen weiter zu schärfen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen zur Erreichung unseres Ziels: überproportionales Wachstum in Europa. Das Unternehmen setzt hier mit der neu geschaffenen Position des Marketing Directors European Specialties ein deutliches Zeichen. Sie haben ein schärferes Profil im europäischen Spezialitätenmarkt angesprochen. Ist die Organisationsstruktur dafür ausgelegt? Die Struktur hat sich in meinen Augen bewährt, bietet aber auch noch weiteres Entwicklungspotenzial. So stehen im Spezialitätenbereich den Landesorganisationen mit den EBDMs (European Business Development Manager) und EMMs (European Marketing Manager) „europäische" Kolleginnen und Kollegen zur Seite, die die zunehmende Europäisierung des Geschäfts begleiten. Die EBDMs beziehungsweise EMMs der acht Spezialitätensegmente Food, Pharma, ACES, Personal Care, Feed, Polymers, Cleaning und Water Treatment sitzen den europäischen Panels für das jeweilige Segment vor. In den Panels selber sind die für das Segment verantwortlichen Spezialisten der einzelnen Länder vertreten. Also geballte internationale Kompetenz, die gemeinsam Strategien entwickelt, um das Geschäft europaweit voranzutreiben. In der Alltagsarbeit hat sich jedoch gezeigt, dass es Überlappungen gibt, die effizient gemanagt werden müssen. Mein Ziel ist es, den Wissenstransfer über die einzelnen Segmente hinaus europaweit verstärkt zu nutzen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit der Bereiche Food und Pharma bei den Nutraceuticals. Neben den bereits existierenden Committees mit den Landesverantwortlichen treffen wir uns ab September monatlich im Kreis der EBDMs/EMMs, um uns gegenseitig über Neuerungen zu informieren und anschließend mit den Mitarbeitern mögliche Wege der Umsetzung zu diskutieren. Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Länder/Europa-Organisation hervorragend aufgestellt sind. Nichts geht ohne motivierte Mitarbeiter! Absolut richtig. Unsere Mitarbeiter sind für mich die Garanten unseres Erfolgs, das wichtigste Kapital unseres Unternehmens. Ich sehe, dass den Mitarbeitern zunehmend Verantwortung übertragen wird und die Arbeitsbelastung steigt. Kommunikation spielt eine immer größere Rolle. Ich glaube, dass nur durch kontinuierliche Weiterbildung und Know-how auf dem neuesten Stand unsere Mitarbeiter die hohen Anforderungen, die das Geschäft an sie stellt, erfüllen können. Ihre Motivation ist letztlich der Schlüssel für die Qualität unserer Leistungen und damit der Zufriedenheit unserer Geschäftspartner. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor ist für mich gegenseitiges Vertrauen. Anders ausgedrückt: Vereinbarungen müssen eingehalten werden und „die Türen sollten offen sein". Probleme greife ich sofort auf und versuche, sie im persönlichen Dialog zu lösen. Daran lasse ich mich messen. Wie erleben Sie die Menschen bei Brenntag? Zunächst einmal muss ich im Unternehmen mehr Menschen persönlich und deren Aufgaben kennenlernen. Aus diesem Grund, aber auch um die Spezifika einzelner Länder und Regionen besser zu verstehen, besuche ich zurzeit alle europäischen Länder. Ein ausgesprochen spannender und interessanter Prozess. Selten habe ich so viele Kollegen und Mitarbeiter getroffen, die eines verbindet – nämlich der Wille „Geschäfte zu machen". Das Ziel, nicht nur das hohe Niveau zu halten, sondern gemeinsam noch besser zu werden, habe ich überall gespürt. ZUR PERSON: DR. CHRISTIAN OHM Dr. Christian Ohm wurde 1955 in Leverkusen-Opladen geboren. An der Universität Bonn schloss er 1981 sein Studium als Diplomchemiker ab. Die Promotion in Organischer Chemie folgte 1984. Seine berufliche Karriere begann Ohm 1984 bei Bayer in Leverkusen als Laborleiter in der Polymerentwicklung des Geschäftsbereichs Kautschuk. 1991 wechselte er zur Bayer-Tochter Polysar Rubber Corporation in Sarnia (Kanada) als Abteilungsleiter im Forschungs- und Entwicklungsbereich. 1994 kehrte Ohm nach Leverkusen zurück und trat in den Managementbereich des Kautschukmarketings ein. 1996 übernahm er die Leitung der regionalen Koordinierung Nordamerika/Mexiko der Bayer AG. Nachdem ihm im Jahr 2000 die Marketing & Sales-Leitung des Bereichs Inorganic Basic Chemicals übertragen wurde, übernahm er 2001 die Leitung des gesamten Bereichs IBC. Seit Juni 2008 ist er Marketing Director European Specialties bei Brenntag.
Christian Ohm ist verheiratet und hat drei Kinder.
Kontakt: Dr. Christian Ohm christian.ohm@brenntag.de

 

  
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